Geld anlegen in Zertifikaten

Geld anlegen ganz einfach?

Das Wunder von Banken scheint unwiderstehlich: Mini-Kosten, Mega-Gewinn – doch die hoch gelobten Zertifikate eignen sich nicht unbedingt für jeden!


Ein Traum scheint wahr zu werden: groß Investieren, reich kassieren; und jeder darf die Geheimrezepte der Milliardäre ausprobieren. Wer genau das will, muss dafür aber auch etwas leisten. Man muss nämlich seiner Bank ein Zertifikat abkaufen. Ein Zertifikat ist ein Blatt Papier, dessen Wert davon abhängt, wie sich eine Aktie, ein Rohstoff, ein Industriezweig, ein Land oder ein Bündel aus den genannten entwickelt.

Das Beste an einem Zertifikat ist sein Preis: Ein Zertifikat leistet dasselbe wie ein Fonds, kostet aber weniger Gebühren. Deutsche Anleger haben im Durchschnitt schon über 100 Milliarden Euro in Zertifikate investiert. Der Haken an der Sache: Nur die wenigsten von ihnen wissen, was sie da in Wirklichkeit gekauft haben. Daran sind aber nicht nur sie schuld, denn Zertifikate sind sehr komplizierte Finanzprodukte.

1. Das Index-Zertifikat

Das ist der Klassiker; einfach und günstig. Das Papier entwickelt sich ganz genauso wie der zugrunde liegende Börsenindex (z.B. „Dax“ oder „Dow Jones“). Viele Fonds sind genauso, kassieren dafür aber zwischen 3 und 5% Kaufgebühr + jährliches Management-Honorar.

Der erste Nachteil eines Index-Zertifikats: Das Produkt kann nie besser abschneiden als sein Index. Das allerdings schafft aber manch ein gerissener Fondsmanager, so dass Fonds oft trotz der genannten Nachteile höhere Gewinne abwerfen können.

Der zweite Nachteil: Wer der Bank ein Indexzertifikat abkauft, verzichtet meist auf die ausgeschüttete Dividende der Aktien. Diese behält die Bank für sich ein, um das Zertifikat zu finanzieren oder sogar mit einem Preisabschlag zu verkaufen („Discount-Zertifikat“).

2. Das Garantie-Zertifikat

Der Anleger erhält das eingezahlte Geld garantiert zurück, verzichtet dafür aber auf eine mögliche höhere Rendite. Der Grund dafür ist, dass die Bank sich absichern muss, um diese Garantie zu finanzieren, und das kostet Geld…
Ein weiterer Haken: Die Geld-zurück-Garantie gilt nur für das exakte Ende der Laufzeit des Zertifikats. Wer zwischendurch verkaufen möchte, steckt häufig Verluste ein.