Geld anlegen in Österreich

Geld anlegen in Österreich

Das Kontodatenschutzgesetz in Deutschland wurde gelockert. Die österreichischen Banken haben Vorteile dadurch. Die Banken in Österreich haben sich auf die Lockerung der Änderung des Bankgeheimnisses eingestellt.


“Wir registrieren derzeit ein starkes Interesse deutscher Anleger”, teilte Hans Schinwald, Mitglied der Geschäftsführung des Raiffeisenverbands Salzburg. 500 Mio. Euro sollen nach der Meinung des Geschäftsführers von Deutschland nach Österreich transferiert werden. “Die Tatsache, dass es in Deutschland ab dem 1. April den gläsernen Bankkunden gibt, während Österreich sein Bankgeheimnis erhalten konnte, eröffnet österreichischen Geldinstituten Riesenchancen”, lt. Schinwald. Finanzämter und andere Behörden können auf Kundendaten zugreifen. Dies ist aufgrund des Gesetzes zur Förderung der Steuerehrlichkeit möglich. Kontoinhaber müssen erst nach dem Kontozugriff darüber informiert werden. Im Gegensatz zu Deutschland wird das Bankgeheimnis in Österreich von der Verfassung geschützt. Diese Regelung ist im § 38 des Bankwesengesetzes festgehalten. Dritte dürfen keine Auskünfte über Konten erhalten. Nur bei Strafverfahren besteht die Möglichkeit des Einblickes in ein Konto. Zusätzlich bedarf der Einblick durch ausländische Behörden eines Rechtshilfegesuches. Ein Strafverdacht sowie ein Hinweis auf eine gezielte Bankverbindung müssen vorliegen. Eine Registrierungsstelle für Konten gibt es in Österreich nicht. Somit ist Österreich ein „interessantes Pflaster“ für Geldanleger aus Deutschland geworden.

Die Europäische Union (EU) hat das österreichische Bankengeheimnis akzeptiert. Die Finanzministerin konnte dies nicht verhindern. „Unsere Bestimmungen befinden sich im Einklang mit allen internationalen Verpflichtungen”, teilte Michael Ikrath, Generalsekretär des österreichischen Sparkassenverbandes. “Es ist ja nichts Schlechtes, wenn deutsche Kunden bei uns ihr Geld anlegen.”, lt. Ikrath. Es ist nicht notwendig, dass die österreichischen Banken eine Werbekampagne in Deutschland durchführen. Ikrath meinte:

“Die deutschen Kunden kommen von selbst”. Durch die Lockerung in Deutschland könnte ein Wettbewerb zwischen den Banken in Deutschland und denen in Österreich entstehen. “Österreich könnte die Schweiz innerhalb der EU werden”, sagte Christian Jauk, Chef der Grazer Capital Bank. Österreich ist momentan an Platz 3 der Fluchtländer für Kapitalanleger in der Bundesrepublik. Davor liegen noch Luxemburg und die Schweiz. Der Kaptitalanlagen-Trend in Deutschland steigt. Experten schätzen, dass 50 Mrd. Euro der Deutschen in Österreich deponiert sind. Die Capital Bank verzeichnete einen hohen Kapitalfluss nach Österreich. Der „Big Bang“ wurde erst zum 30. Juni erwartet, da am 01.07.2010 die EU-Zinssteuer eingeführt wurde. Die Gelder sollten bis zu diesem Zeitpunkt abgezogen sein. Somit können Schwierigkeiten mit der Finanzverwaltung vermieden werden. Ab Juli werden dann Zinserträge von Anlegern in Deutschland, sowie in 21 weiteren EU-Staaten automatisch den Finanzbehörden des jeweiligen Heimatlandes gemeldet.

Hohe Bankendichte in Österreich

Die österreichischen Banken im Grenzgebiet wie z.B. in Bayern profitieren vom Kundenansturm der Deutschen. Jungholz und Kleinwalsertal haben die höchste Bankendichte der Welt. Der Deutsche Staat kann dort nicht auf Konten zugreifen. 320 Einwohner leben in Jungholz mit drei Banken. “Seit in Deutschland über die automatische Kontoabfrage diskutiert wird, ist das Interesse deutlich angestiegen”, teile Wolfgang Schweißgut von der Raiffeisenbank Jungholz mit.